Flutkatastrophe in Rasuwa: Die Situation der betroffenen Familien und Kinder
Die Situation vor Ort
Das Team von Himalayan Trust Nepal besuchte am 8. September 2026 erneut eine Notunterkunft im Mustang-Kloster in Swayambhu, Kathmandu. Dort haben rund 300 Menschen Zuflucht gefunden, darunter mehr als 100 Kinder.
Die betroffenen Familien werden bereits von großzügigen Privatpersonen und Organisationen mit Lebensmitteln und Kleidung versorgt. Eine weitere große Sorge ist jedoch die Schulbildung der Kinder.
26 Kinder in der Unterkunft haben bei der Flutkatastrophe beide Eltern verloren. Sie stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, ihr Leben ohne ihre Eltern und unter völlig veränderten Lebensbedingungen weiterzuführen.
Kinder, die ihre Eltern verloren haben
Zu den besonders betroffenen Kindern gehören Diki Sangmu Tamang und Tenjin Norbu Ghale. Beide stammen aus Timure und haben bei der Flutkatastrophe ihre Eltern verloren.
Diki Sangmu Tamang, 12 Jahre
Diki besucht die siebte Klasse der Namgel-Schule in Kathmandu. Ihre Eltern, Dendup Tamang und Chhenjum Tamang, kamen bei der Flut ums Leben.
Diki hat eine ältere Schwester, die in Kathmandu eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert. Durch den Verlust ihrer Eltern stehen die beiden Schwestern nun vor großen Herausforderungen. Für Diki ist es besonders wichtig, ihre Schulausbildung fortsetzen zu können.
Tenjin Norbu Ghale, 9 Jahre
Tenjin besucht die zweite Klasse der Marshyandi-Schule in Kathmandu. Auch seine Eltern, Mingmar Dorje Ghale und Pema Chhonjum Ghale, kamen bei der Flut ums Leben.
Tenjin hat einen älteren Bruder und zwei ältere Schwestern. Der plötzliche Verlust ihrer Eltern hat die Familie vor große Herausforderungen gestellt. Für den neunjährigen Tenjin ist die Fortsetzung seiner Ausbildung ein wichtiger Schritt, um wieder mehr Stabilität in sein Leben zu bringen.
Zwei Mütter und ihre Familien
Karsang Ghale, 22 Jahre
Karsang ist Mutter eines anderthalbjährigen Sohnes und seit drei Monaten schwanger. Bei der Flut verlor sie ihren Ehemann, ihre Eltern und weitere Angehörige.
Nun muss sie sich allein um ihren kleinen Sohn und ihren Schwiegervater kümmern. Neben dem Verlust ihrer Familie beschäftigt sie vor allem die Frage, wie sie den Lebensunterhalt sichern und ihrem Sohn weiterhin den Schulbesuch ermöglichen kann.
Pema Ghale, 41 Jahre
Pema verlor bei der Flut ihren Ehemann und mehrere Angehörige aus der Familie ihres Mannes. Heute kümmert sie sich allein um ihre drei Kinder – einen elfjährigen Sohn, eine achtjährige Tochter und einen einjährigen Sohn.
Neben dem Verlust ihres Mannes steht sie vor der schwierigen Aufgabe, die Grundbedürfnisse ihrer Kinder zu sichern und ihnen weiterhin den Schulbesuch zu ermöglichen.
Die Geschichten von Karsang und Pema zeigen, vor welchen Herausforderungen viele Familien nach der Katastrophe stehen.
Bildung als wichtiger Schritt in die Zukunft
Die Berichte von Diki und Tenjin stehen stellvertretend für viele Kinder, die durch die Flut ihre Eltern und ihre bisherige Lebensgrundlage verloren haben.
Neben der unmittelbaren Versorgung der Familien ist es wichtig, den Kindern den weiteren Schulbesuch zu ermöglichen. Dazu gehören je nach Bedarf Schulgebühren, Lehrmaterialien, Schulkleidung, Unterkunft und Verpflegung.
Himalayan Trust Nepal und Licht für Kinder e. V. möchten gemeinsam dazu beitragen, dass Kinder, die durch die Flutkatastrophe ihre Eltern verloren haben, ihre Ausbildung fortsetzen können und eine Perspektive für ihre Zukunft erhalten.